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Tenside


Englisch:
surfactants

Spanisch:
tensioactivos

Französisch:
tensides (tensioactifs)

Italienisch:
tensioattivi (surfatanti)

Russisch:
поверхностно-активные веществa (сурфактанты)

Arabisch:
مؤثر سطحي

Chinesisch:
表面活性剂

Japanisch:
界面活性剤 (かいめんかっせいざい)


Allgemeiner Überblick zu Tensiden

Tenside sind chemische Substanzen, in der Regel organische Verbindungen, die vor allem gebraucht werden, um die Eigenschaften von wässrigen Formulierungen zu verbessern, z.B. von Waschmitteln, Schaumbildnern, Verdickungsmitteln oder Duftstoffen. Tenside können die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit oder die Grenzflächenspannung zwischen zwei verschiedenen Phasen herabsetzen und daher Dispersionen ermöglichen, bzw. als Lösungsvermittler wirken. Ihre Moleküle sind amphiphil, d.h. sie haben eine hydrophile Seite, die sich mit Wasser (polar) verbindet, und eine lipophile Seite, die sich mit Fett (unpolar) verbindet. Deshalb ermöglichen sie es, dass ansonsten nicht mischbare Stoffe miteinander vermengt werden können. Um eine Tensidwirkung zu erzielen, sind nur geringe Mengen nötig.

Außer in Reinigungsmitteln, Kosmetika und Lebensmitteln werden Tenside auch in zahlreichen industriellen Anwendungsgebieten eingesetzt, z.B. in Agrarchemikalien, im Bauwesen, bei der Erzaufbereitung, in der Textilverarbeitung, für Papierrecycling, Feuerlöscher oder Schmiermittel. In der Biochemie werden mit Tensiden Proteine denaturiert.

Die ältesten Tenside waren Seifen (Fettsäuresalze), die z.B. durch Verkochen von Olivenöl mit Holzasche oder Verseifung von tierischen Fetten hergestellt wurden. Heute werden überwiegend synthetische Tenside eingesetzt, die aus Erdöl-Rohstoffen wie Benzol, Olefinen oder Ethylenoxid gewonnen und auf individuelle Anwendungsgebiete abgestimmt werden. Nachwachsende Rohstoffe für die Tensidproduktion sind z.B. Zucker-Verbindungen und Soja, tierische und pflanzliche Fette. Bio-Tenside können grundsätzlich in den gleichen Anwendungsbereichen wie petrochemische Tenside eingesetzt werden, ihr höherer Preis beschränkt sie aber bislang meist auf Kosmetika. Da sie potentiell besser biologisch abbaubar sind, können außerdem u.U. neue Einsatzbereiche erschlossen werden, z.B. die Umweltsanierung nach Ölkatastrophen.

Insgesamt gibt es rund 10.000 verschiedene Tenside und Tensidmischungen, die jeweils besondere Eigenschaften aufweisen. Das meistverwendete Unterscheidungskriterium für Tenside ist die Zusammensetzung bzw. elektrische Ladung der Kopfteile. Danach werden vier Hauptgruppen unterschieden:
- anionische Tenside binden Schmutz, werden aber schnell wieder von der Oberfläche abgestoßen,
- nichtionische Tenside sind besonders fettbindend,
- kationische Tenside werden v.a. in Weichspülern eingesetzt,
- amphoterische Tenside werden oft als Co-Tenside zur Verstärkung anderer Tenside gebraucht.

Umfassende Informationen zu Tensiden, ihren Eigenschaften, Anwendungsgebieten, Marktdaten und Umweltaspekten, bietet die Marktstudie Tenside von Ceresana Research.


Wichtige Tenside:

Lineare Alkylbenzolsulfonate (LAS)

Englisch:
linear alkylbenzene sulfonates (LAS), branched alkylbenzene sulfonates (BAS)

Spanisch:
sulfonatos de alquilbenceno lineal

Französisch:
sulfonates d'alkylbenzènes linéaires

Italienisch:
alchilbenzene sulfonato lineare

Russisch:
линейный сульфонат алкилбензола

Arabisch:
الألكيل بنزين الخطي سلفونات

Chinesisch:
线性烷基苯磺酸盐

Japanisch:
二酸化チタン

Basisinformationen zu LAS (C10):
Chemische Formel: C16H25NaO3S
CAS-Nr.: 1322-98-1
ESIS-Eintrag: 215-347-5 (EINECS)

Sulfonate sind Salze und Ester von Sulfonsäure. Alkylbenzol-Sulfonate werden durch Alkylierung von Benzol mit unverzweigten 1-Alkenen oder Chloralkanen und anschließender Sulfonierung der gebildeten Alkylbenzene sowie Neutralisierung der Sulfonsäuren produziert. Lineare Alkylbenzolsulfonate (LAS) sind wegen ihres günstigen Preis-Leistungsverhältnisses die weltweit meistproduzierten Tenside. Sie werden eingesetzt in Haushaltswaschmitteln (bis zu 30 % des Gesamtgewichts) und Körperpflegeprodukten, in zahlreichen industriellen Reinigungsmitteln, ferner als Benetzungsmittel, Antistatika, Emulgatoren (z.B. für Herbizide und bei Emulsionspolymerisation) und als Zusatz zu Lötmitteln, Frostschutzbädern, Bohrölen oder galvanischen Bädern. LAS sind gute Schaumbildner, können aber leicht durch Schaumregulatoren kontrolliert werden. LAS sind biologisch abbaubar (aerob) und werden von konventionellen Kläranlagen weitgehend entfernt, allerdings nicht so gut wie Fettalkoholsulfate, Fettalkoholethoxylate oder Seife.

Ausführliche Informationen zu Produktion und Verbrauch von LAS und anderen anionischen Tensid-Produkten bietet die Marktstudie Tenside von Ceresana Research.

LAS-Hersteller:
(-> weitere Infos siehe Marktstudie Tenside)


Nonylphenolethoxylate (NPE)

Synonyme für NPE:
Polyoxyethylen-Glycol-Alkylphenol-Ether, NPEO

Englisch:
nonylphenol ethoxylates, nonoxynols

Spanisch:
nonilfenol etoxilado, nonoxynols

Französisch:
éthoxylates de nonylphénol

Italienisch:
etossilati di nonilfenolo

Russisch:
неонол

Arabisch:
نونيل الإيثوكسيلات

Chinesisch:
壬基酚聚氧乙烯醚

Japanisch:
ノニルフェノールエトキシレート

Basisinformationen zu Nonylphenolethoxylat:
Chemische Formel: C19H32O3
CAS-Nr.: 9016-45-9
ESIS-Eintrag: 500-024-6

Nonylphenolethoxylate (NPE) werden aus Nonylphenol hergestellt, dessen Ausgangsprodukte wiederum v.a. Phenol und Propen sind. Nonylphenolethoxylate sind nichtionische Tenside und die kommerziell mit Abstand wichtigsten Alkylphenolethoxylate (APE, APEO). Sie können u.a. als Reinigungsmittel, Emulgatoren, Benetzungsmittel oder Schaumverhüter eingesetzt werden. In Reinigungsmitteln sind sie die Stoffe, die den Schmutz abheben. Industrielle Anwendungsgebiete sind u.a. die Papier- und Textilherstellung, Farben, Harze, Klebstoffe und Beschichtungen. Nonylphenolethoxylate sind biologisch schwer abbaubare und hormonell wirksame Substanzen. Da sie auf viele Wasserlebewesen toxisch wirken, wurde ihr Gebrauch in Europa seit 1986 durch freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie, seit 2003 auch gesetzlich (Richtlinie 2003/53/EG) stark eingeschränkt. In den USA haben große Unternehmen im Jahr 2006 angefangen, Produkte, die NPE bzw. APE enthalten, aus dem Sortiment zu nehmen. Ersatzprodukte für Reinigungs-, Pflege- und Wirkstoff-Formulierungen sind die weniger problematischen Alkohol-Ethoxylate, z.B. auf Basis von Propylheptanol oder oleo-basierte Produkte aus Soja- oder Palmöl.

Zu Produktion und Verbrauch von NPE informiert die Marktstudie Tenside von Ceresana Research.

NPE-Hersteller:
(-> weitere Infos siehe Marktstudie Tenside von Ceresana Research)

Letzte Änderung: 09.07.11


 

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